Warum ein Plan allein nicht immer reicht

5 Min. Lesezeit · Studien-Erklärung · Quellen

Die Frage

Gehen Menschen öfter ins Fitnessstudio, wenn sie vorher genau planen, wann?

Kurze Antwort

Nein – jedenfalls nicht durch eine einfache Planungsaufgabe. In einer großen Studie mit 877 Personen gingen die Planenden nicht häufiger trainieren als die anderen . Das ist ein ehrliches „kein Effekt“ – und genauso wichtig wie ein positives Ergebnis.

877
Fitnessstudio-Mitglieder
2,3
Besuche in 2 Wochen mit Plan
2,6
Besuche in 2 Wochen ohne Plan
1

So wurde es untersucht

Wer

877 Mitglieder eines Fitnessstudios

Wie lange

2 Wochen

Wo

Im echten Studioalltag

Verglichen wurden:

Mit Plan

Legten Tage und Uhrzeiten für die nächsten 2 Wochen fest

vs.

Ohne Plan

Notierten nur, wann sie zuletzt trainiert hatten

Die Gruppen wurden ausgelost. Gezählt wurden die echten Check-ins am Eingang – nicht, was die Leute selbst angaben.

Quelle zum Studienaufbau:

2

Das Ergebnis

In Worten: Beide Gruppen trainierten etwa gleich oft. Der Plan hat die Zahl der Besuche nicht erhöht.

Eigene Darstellung

Wie oft wurde trainiert?

Durchschnittliche Zahl der Studiobesuche in den 2 Wochen danach

Ohne Streuungsmaß (in der Studie für diesen Wert nicht als Intervall berichtet)

Kontext: 877 Personen, Besuche per Check-in gezählt.

Eigene Darstellung auf Grundlage von . Werte aus Introduction der Originalstudie übernommen. doi:10.1016/j.jhealeco.2018.09.002

So liest du die Grafik: Die Studie berichtet für jede Gruppe nur den Durchschnitt – deshalb gibt es hier keine Unsicherheitslinien.

3

Wie sicher ist das?

Was für die Studie spricht

  • Sehr viele Teilnehmende.
  • Gruppen wurden ausgelost.
  • Echtes Verhalten gemessen, nicht Selbstauskunft.

Wo die Grenzen liegen

  • Nur eine einmalige, einfache Planungsaufgabe.
  • Nur 2 Wochen beobachtet.
  • Alle waren schon Studiomitglieder.

Das heißt nicht, dass …

  • Planen ist nicht grundsätzlich nutzlos – andere Formen der Planung wurden hier nicht geprüft.
  • Motivation spielt durchaus eine Rolle.
4

Und im Alltag?

Wenn ein Plan nicht aufgeht, liegt das nicht unbedingt an fehlender Disziplin. Regelmäßige Gewohnheiten hängen von vielem ab: Zeit, Energie, Umfeld. Ein Plan ist ein Werkzeug unter mehreren.

Was die Forschung noch klären muss

  • Wirkt ausführlichere oder wiederholte Planung anders?
  • Was hilft Gewohnheiten wirklich dabei, sich zu festigen?

Selbsterfahrung · geführte Übungen

Ein Moment für dich

Ein Moment für Aufmerksamkeit, Gedanken und das, was gerade da ist.

01

Atem & Aufmerksamkeit

Focused Attention · Konzentration

Den Atem fokussieren, Abschweifen bemerken und die Aufmerksamkeit bewusst zurückbringen.

Passt im Alltag zu: Wenn du zwischen Aufgaben kurz innehalten möchtest: Diese Übung lädt dich ein, den Atem zu beobachten und abschweifende Aufmerksamkeit wieder zurückzuführen.

Grenzen: Du musst dich danach weder konzentrierter noch ruhiger fühlen. Wenn der Atemfokus unangenehm ist, lass die Augen offen, orientiere dich im Raum oder beende die Übung.

Quellen und Aussagegrenzen

Eine Studie prüfte ein vollständiges achtwöchiges -Programm: Blutdruck und Blutdruckreaktivität veränderten sich, für und Herzratenvariabilität wurden keine Effekte gefunden . Das belegt keine Stresssenkung oder Konzentrationsverbesserung durch diese kurze Aufnahme.

  • Nyklíček, I., Mommersteeg, P. M. C., Van Beugen, S., Ramakers, C., & Van Boxtel, G. J. (2013). Mindfulness-based stress reduction and physiological activity during acute stress: A randomized controlled trial. Health Psychology, 32(10), 1110–1113. https://doi.org/10.1037/a0032200

    Erratum von 2014 betrifft einen Literatureintrag; keine Veränderung der hier eingeordneten Resultate berichtet.

    Studienaufbau und Grenzen ansehen →

Nicht belegt: Die konkrete Aufnahme wurde in den genannten Studien nicht untersucht. Versprechen einer gesundheitlichen oder therapeutischen Wirkung wären unbelegt.

ca. 4 MinutenKI-Stimme
02

Gedanken ziehen lassen

Mind-Wandering · Beobachten

Bemerke Gedanken, ohne ihnen folgen oder sie wegschieben zu müssen.

Passt im Alltag zu: Wenn viele Gedanken gleichzeitig da sind: Die Übung lädt dazu ein, Gedanken wahrzunehmen, ohne sie lösen oder wegdrücken zu müssen.

Grenzen: Gedanken dürfen bleiben. Die Übung ist keine Behandlung für Grübeln, Angst oder Depression. Wenn die Beschäftigung mit inneren Gedanken belastend wird, pausiere oder beende sie.

Quellen und Aussagegrenzen

Die vorhandene Achtsamkeitsstudie untersucht ein achtwöchiges -Programm und Stressreaktionen . Sie prüft weder diese Aufnahme noch eine Behandlung von Grübeln oder Depression.

  • Nyklíček, I., Mommersteeg, P. M. C., Van Beugen, S., Ramakers, C., & Van Boxtel, G. J. (2013). Mindfulness-based stress reduction and physiological activity during acute stress: A randomized controlled trial. Health Psychology, 32(10), 1110–1113. https://doi.org/10.1037/a0032200

    Erratum von 2014 betrifft einen Literatureintrag; keine Veränderung der hier eingeordneten Resultate berichtet.

    Studienaufbau und Grenzen ansehen →

Nicht belegt: Die konkrete Aufnahme wurde in den genannten Studien nicht untersucht. Versprechen einer gesundheitlichen oder therapeutischen Wirkung wären unbelegt.

ca. 6 MinutenKI-Stimme

Freiwillige Erfahrungsübungen, keine Behandlung. Du darfst jederzeit aufhören.

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Zum Nachschlagen

Begriffe einfach erklärt
Eine Studie findet keinen statistisch eindeutigen Unterschied. Das beweist nicht, dass die Wirkung genau null ist.
RCTDaten mit Originalstudie abgeglichenGreen Open Access / freies Manuskript

The limits of simple implementation intentions: Evidence from a field experiment on making plans to exercise

Carrera et al., 2018 · Journal of Health Economics

Details
Forschungsfrage
Erhöht eine einfache Aufforderung, Trainingszeiten konkret zu planen, die Zahl der Fitnessstudiobesuche?
Studiendesign
Randomisiertes Feldexperiment in einem privaten Fitnessstudio
Population
Mitglieder eines privaten Fitnessstudios
Stichprobe
877
Dauer
2 Wochen Beobachtung nach der
Intervention
Planung: Tage und Uhrzeiten für Studiobesuche der nächsten zwei Wochen festlegen
Vergleich
notierte ihre Trainingstage der vergangenen zwei Wochen
Primärer Endpunkt
Anzahl der Studiobesuche (objektiv über Check-ins erfasst)
Ergebnisse
  • Kein positiver Effekt: Planungsgruppe im Mittel 2,3 Besuche in zwei Wochen, 2,6.
  • Präziser : Das schließt eine Zunahme der Besuche um mehr als 2 % aus.
  • Die Mehrheit der Teilnehmenden hielt Planen für hilfreich und setzte sich erkennbar mit der Planung auseinander.
Limitationen
  • Untersucht wurde eine einfache, einmalige Planungsaufforderung – nicht Handlungsplanung insgesamt.
  • Bereits Studiomitglieder; kurze Beobachtungsdauer.
Finanzierung
In der vorliegenden Quellenprüfung nicht dokumentiert
Interessenkonflikte
In der vorliegenden Quellenprüfung nicht dokumentiert
PubMed
In der vorliegenden Quellenprüfung nicht dokumentiert
Quelldatei
nihms-1509767.pdf (Autor:innenmanuskript)

APA 7Carrera, M., Royer, H., Stehr, M., Sydnor, J., & Taubinsky, D. (2018). The limits of simple implementation intentions: Evidence from a field experiment on making plans to exercise. Journal of Health Economics, 62, 95–104. https://doi.org/10.1016/j.jhealeco.2018.09.002

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Grundlage: 1 Originalstudie. Volltext gelesen, Zahlen mit der Originalstudie abgeglichen. Redaktionelle Freigabe ausstehend.

Literaturverzeichnis

  1. Carrera, M., Royer, H., Stehr, M., Sydnor, J., & Taubinsky, D. (2018). The limits of simple implementation intentions: Evidence from a field experiment on making plans to exercise. Journal of Health Economics, 62, 95–104. https://doi.org/10.1016/j.jhealeco.2018.09.002

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