Nachschlagewerk

Glossar

Von Cortisol bis Konfidenzintervall: Begriffe aus Gesundheit und Forschung in Alltagssprache, mit Beispielen und wichtigen Unterschieden.

A

ACTH
Ein Hormon der Hypophyse, das die Nebennierenrinde unter anderem zur Bildung von Cortisol anregt.
Zum Beispiel: ACTH und Cortisol sind verschiedene Stationen derselben Hormonkette.
ad libitum
Es gibt keine vorgeschriebene Essensmenge; Teilnehmende dürfen nach Belieben essen.
Zum Beispiel: Angebotene Nährstoffmengen und tatsächlich gegessene Mengen sind deshalb nicht dasselbe.
Adhärenz
Wie gut eine vereinbarte Maßnahme tatsächlich umgesetzt wird.
Zum Beispiel: Ein Trainingsplan auf Papier ist nicht dasselbe wie die tatsächlich besuchten Einheiten.
Assoziation
Zwei Merkmale treten gemeinsam auf. Das allein zeigt nicht, dass eines das andere verursacht.
Zum Beispiel: Stress und schlechter Schlaf können zusammen auftreten; auch Arbeitszeiten könnten beide beeinflussen.

B

Bias
Eine systematische Verzerrung von Studienergebnissen, etwa durch Auswahl, Messung oder Erwartungen.
Zum Beispiel: Wer sich besonders für Sport interessiert, nimmt vielleicht eher an einer Trainingsstudie teil.
Blutzucker
Glukose ist eine Zuckerart; Blutzucker bezeichnet ihre Konzentration im Blut.
Zum Beispiel: Ein einzelner Messwert und der Verlauf über mehrere Stunden beantworten verschiedene Fragen.

C

CBT
Die englische Abkürzung für kognitive Verhaltenstherapie. Sie befasst sich unter anderem mit Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen.
Zum Beispiel: Ein Stressmanagement mit solchen Prinzipien ist nicht automatisch eine individuelle Psychotherapie.
Chronotyp
Die individuelle zeitliche Neigung, eher früh oder eher spät wach und schläfrig zu werden.
Zum Beispiel: ‚Früher Vogel‘ und ‚Nachteule‘ sind vereinfachte Alltagsbilder, keine starren Kategorien.
Confounding
Ein weiterer Faktor beeinflusst beide untersuchten Merkmale und kann dadurch ihren Zusammenhang verzerren.
Zum Beispiel: Arbeitszeiten können sowohl die Schlafdauer als auch die Möglichkeiten für Bewegung beeinflussen.
Coping
Wie Menschen mit einer Belastung umgehen – durch Veränderung der Situation oder des Umgangs mit Gefühlen.
Zum Beispiel: Hilfe bei einer Aufgabe organisieren oder sich in einer unveränderbaren Situation Unterstützung holen.
Cortisol
Ein Hormon, das unter anderem Energieversorgung und Stressreaktionen mitreguliert. Es schwankt im Tagesverlauf und ist nicht grundsätzlich schädlich.
Zum Beispiel: Ein einzelner Cortisolwert ist kein zuverlässiges Maß dafür, wie belastet ein Mensch sich fühlt.
Crossover
Dieselben Personen durchlaufen nacheinander mehrere Studienbedingungen und dienen als ihre eigene Vergleichsperson.
Zum Beispiel: Erst Kostform A, dann B – oder umgekehrt. Reihenfolge und mögliche Nachwirkungen müssen berücksichtigt werden.

E

Effektgröße
Wie groß ein gemessener Unterschied ist. Manche Maße geben ihn in Originaleinheiten an, andere in einer standardisierten Einheit.
Zum Beispiel: Minuten mehr Schlaf sind anschaulich; standardisierte Unterschiede helfen beim Vergleich verschiedener Skalen.
Energiebilanz
Das Verhältnis zwischen aufgenommener und verbrauchter Energie über einen Zeitraum.
Zum Beispiel: Eine einzelne Mahlzeit beschreibt noch nicht die Bilanz über mehrere Tage.
Evidenz
Wissenschaftliche Belege zu einer Frage. Aussagekraft und Grenzen hängen davon ab, wie die Daten erhoben wurden.
Zum Beispiel: Eine einzelne kleine Studie und mehrere sorgfältige Untersuchungen geben unterschiedlich viel Sicherheit.

F

Fettfreie Körpermasse
Körpermasse ohne Fett: Dazu gehören unter anderem Muskeln, Wasser, Organe und Knochen. Manche Studien erfassen ausdrücklich fettfreie Weichteilmasse ohne Knochen.
Zum Beispiel: Eine Zunahme ist nicht automatisch ausschließlich neu aufgebaute Muskulatur. Die Messmethode entscheidet mit.
Fläche unter der Kurve
Eine Zahl, die einen Messverlauf über die Zeit zusammenfasst. Die iAUC berücksichtigt den Anstieg gegenüber dem Ausgangswert.
Zum Beispiel: Sie beschreibt nicht nur einen Spitzenwert, sondern auch, wie lange die Werte erhöht bleiben.

H

Habituation
Eine Reaktion wird bei wiederholter ähnlicher Belastung schwächer: Man gewöhnt sich teilweise daran.
Zum Beispiel: Das passiert nicht bei allen Menschen gleich und muss nicht für jede Messgröße gelten.
HPA-Achse
Ein Zusammenspiel von Gehirn und Nebennieren, das die Freisetzung von Hormonen wie Cortisol steuert.
Zum Beispiel: Wie eine Nachrichtenkette: Hypothalamus → Hypophyse → Nebennierenrinde. Eine vereinfachte Beschreibung, kein einzelner Schalter.
Hypertrophie
Vergrößerung eines Gewebes, beim Krafttraining meist der Muskelfasern.
Zum Beispiel: Mehr Muskelgröße und mehr Kraft sind verwandte, aber nicht identische Ergebnisse.

I

Insomnie
Eine Schlafstörung mit anhaltenden Ein- oder Durchschlafproblemen beziehungsweise frühem Erwachen und Beeinträchtigungen am Tag. Die Diagnose erfordert eine fachliche Abklärung.
Zum Beispiel: Eine einzelne unruhige Nacht oder ein niedriger Tracker-Wert ist keine Diagnose.
Intervention
Eine gezielte Maßnahme, deren Wirkung untersucht wird.
Zum Beispiel: Ein Bewegungsprogramm oder eine Beratung zum Schlaf.

K

kardiovaskulär
Herz und Blutkreislauf betreffend.
Zum Beispiel: Wie schnell sich die Herzfrequenz nach einer Belastung wieder verändert.
Kausalität
Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung: Eine Veränderung trägt tatsächlich zu einer anderen bei.
Zum Beispiel: Zufällige Gruppenzuteilung hilft, Ursachen zu untersuchen. Auch solche Studien haben Grenzen.
kcal
Kilokalorien: eine Einheit für Energie, etwa in Lebensmitteln oder beim Energieverbrauch.
Zum Beispiel: Ein Gruppenunterschied in kcal ist keine persönliche Essensvorgabe.
klinische Relevanz
Ob ein Unterschied für Gesundheit, Beschwerden oder den Alltag der Betroffenen bedeutsam ist.
Zum Beispiel: Ein Unterschied auf einer Skala muss nicht automatisch eine spürbare Verbesserung bedeuten.
Kohortenstudie
Menschen werden ohne gezielte Zuteilung einer Maßnahme beobachtet. Eine Kohortenstudie begleitet eine Gruppe über die Zeit. Sie zeigt Zusammenhänge, kann aber weitere Einflussfaktoren nicht sicher ausschließen.
Zum Beispiel: Forschende beobachten Schlaf und Gesundheit, statt die Schlafdauer auszulosen.
Konfidenzintervall
Ein Bereich, der die statistische Unsicherheit einer Schätzung zeigt. Breitere Intervalle bedeuten weniger Genauigkeit. Bei wiederholten gleichartigen Studien enthalten 95-%-Intervalle unter den Modellannahmen in etwa 95 % der Fälle den wahren Wert.
Zum Beispiel: −393 bis −147 kcal ist keine Spanne persönlicher Ergebnisse, sondern die Unsicherheit des geschätzten Gruppenunterschieds.
Korrelation
Ein statistischer Zusammenhang: Zwei Messwerte verändern sich gemeinsam. Daraus folgt noch keine Ursache.
Zum Beispiel: Mehr von A geht mit mehr oder weniger von B einher – warum, bleibt zunächst offen.

L

Limitationen
Die Grenzen einer Untersuchung: Was ihre Ergebnisse weniger sicher oder schwerer übertragbar macht.
Zum Beispiel: Kurze Studiendauer, wenige Teilnehmende oder eine künstliche Laborumgebung.

M

MADRS
Eine von Fachleuten bewertete Skala für die Schwere depressiver Symptome. Sie ist kein Selbstdiagnose-Test.
Zum Beispiel: Die Skala dient in der SMILES-Studie zur Messung von Symptomveränderungen.
Makronährstoffe
Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette: Nährstoffe, die der Körper in größeren Mengen aufnimmt.
Zum Beispiel: Lebensmittel enthalten oft mehrere dieser Nährstoffe zugleich.
MBSR
Ein strukturiertes Programm zur Stressbewältigung mit Achtsamkeitsübungen.
Zum Beispiel: Ein untersuchtes Programm ist nicht dasselbe wie jede beliebige Meditations-App.
Mikronährstoffe
Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper in vergleichsweise kleinen Mengen braucht.
Zum Beispiel: Ein höherer Gehalt an einem einzelnen Vitamin macht ein Lebensmittel nicht automatisch insgesamt besser.

N

NEAT
Energieverbrauch durch Alltagsaktivitäten außerhalb von gezieltem Training.
Zum Beispiel: Gehen im Alltag und Hausarbeit – nicht nur eine Sporteinheit.
Nullbefund
Eine Studie findet keinen statistisch eindeutigen Unterschied. Das beweist nicht, dass die Wirkung genau null ist.
Zum Beispiel: Es könnte tatsächlich kein Effekt bestehen – oder die Studie war zu klein beziehungsweise zu ungenau.

O

Outcome
Das Ergebnismerkmal, das eine Studie misst.
Zum Beispiel: Empfundener Stress und Cortisol sind verschiedene Messgrößen – sie können sich unterschiedlich verändern.

P

Parasympathikus
Ein Teil des autonomen Nervensystems, der unter anderem Erholung und Verdauung mitreguliert.
Zum Beispiel: Sympathikus und Parasympathikus arbeiten zusammen; das ist keine einfache Gut-schlecht-Aufteilung.
physiologisch
Die körperlichen Vorgänge betreffend.
Zum Beispiel: Herzfrequenz und Hormonausschüttung sind körperliche Reaktionen; empfundenes Stresserleben ist etwas anderes.
PMR
Ein Entspannungsverfahren, bei dem Muskelgruppen bewusst angespannt und anschließend gelöst werden.
Zum Beispiel: Ob es hilft, hängt von Person, Situation und untersuchtem Ergebnis ab.
Population
Die Personengruppe, über die eine Untersuchung etwas aussagen soll.
Zum Beispiel: Ergebnisse bei jungen gesunden Erwachsenen gelten nicht automatisch für Menschen mit Vorerkrankungen.
Protein
Eiweiß: ein Nährstoff aus Aminosäuren, die der Körper unter anderem für Gewebe und Enzyme braucht.
Zum Beispiel: Hülsenfrüchte, Tofu, Eier oder Quark können Eiweiß liefern.
PSS-10
Ein Fragebogen mit zehn Fragen zum wahrgenommenen Stress.
Zum Beispiel: Eine Veränderung der Punkte ist kein direktes Maß für eine Hormonveränderung.

R

Randomisierung
Die Zuteilung zu Studiengruppen wird ausgelost. Das verringert systematische Unterschiede im Durchschnitt, garantiert aber keine identischen Gruppen.
Zum Beispiel: Nicht die Teilnehmenden oder Forschenden entscheiden, wer welche Maßnahme erhält.
RCT
Eine randomisierte kontrollierte Studie: Menschen werden per Zufall einer Maßnahme oder einer Vergleichsbedingung zugeteilt.
Zum Beispiel: Eine Gruppe erhält Schlafberatung, die andere zunächst nicht. Danach werden ihre Ergebnisse verglichen.
Remission
Beschwerden sind so weit zurückgegangen, dass ein festgelegtes Kriterium erfüllt wird. Das bedeutet nicht automatisch dauerhaft geheilt.
Zum Beispiel: Im SMILES-Trial wurde ein MADRS-Wert unter 10 als Remission gewertet.
Resilienz
Wie Menschen Belastungen bewältigen und sich davon erholen. Lebensbedingungen und Unterstützung spielen mit hinein.
Zum Beispiel: Resilienz bedeutet nicht, niemals Stress zu erleben oder alles allein schaffen zu müssen.

S

Satz
Beim Training eine Serie von Wiederholungen einer Übung ohne längere Unterbrechung.
Zum Beispiel: Mehrere Wiederholungen, dann eine Pause: Das ist ein Satz.
Schlafarchitektur
Die Abfolge und Verteilung verschiedener Schlafphasen während einer Nacht.
Zum Beispiel: Ein Gerät am Handgelenk schätzt Schlafphasen; eine Untersuchung im Schlaflabor misst andere Signale.
Schlafeffizienz
Der Anteil der Zeit im Bett, der tatsächlich schlafend verbracht wird.
Zum Beispiel: Lange im Bett zu liegen bedeutet nicht automatisch, lange geschlafen zu haben.
Schlafrestriktion
Die Schlafmöglichkeit wird begrenzt, etwa durch späteres Zubettgehen.
Zum Beispiel: Weniger Schlaf über mehrere Wochen ist nicht dasselbe wie eine ganze Nacht ohne Schlaf.
Standardabweichung
Ein Maß dafür, wie stark einzelne Messwerte um ihren Mittelwert streuen.
Zum Beispiel: Zwei Gruppen können denselben Durchschnitt haben, aber sehr unterschiedlich verteilte Einzelwerte.
Standardfehler
Ein Maß für die statistische Unsicherheit einer Schätzung, etwa eines Mittelwerts. Nicht dasselbe wie die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen.
Zum Beispiel: Ein kleiner Standardfehler bedeutet eine präzisere Schätzung, nicht dass alle Teilnehmenden ähnlich reagierten.
Stark verarbeitet
Hier die untersuchte Kostform mit industriell stark verarbeiteten Produkten. Die Einordnung bezieht sich auf Zusammensetzung und Herstellung, nicht nur die Anzahl der Zutaten.
Zum Beispiel: Die Ergebnisse einer bestimmten Kostform sind kein Urteil über jedes einzelne Fertigprodukt.
statistische Signifikanz
Die Daten erfüllen ein vorher festgelegtes statistisches Kriterium gegen eine bestimmte Annahme, häufig ‚kein Unterschied‘. Das beweist weder eine Ursache noch die Bedeutung im Alltag.
Zum Beispiel: Ein sehr kleiner Unterschied kann statistisch auffällig sein, ohne für Betroffene spürbar zu sein.
Stichprobe
Die Menschen oder Beobachtungen, die tatsächlich in einer Studie untersucht werden.
Zum Beispiel: 20 Teilnehmende sind nicht die gesamte Bevölkerung. Kleine Gruppen führen oft zu ungenaueren Schätzungen.
Stressor
Eine innere oder äußere Anforderung, die eine Stressreaktion auslösen kann.
Zum Beispiel: Ein Konflikt, Zeitdruck oder eine bevorstehende Prüfung.
subjektiv
Aus der eigenen Wahrnehmung einer Person beschrieben. Das ist eine wichtige Information, keine minderwertige Messung.
Zum Beispiel: ‚Ich fühle mich nicht erholt‘ beschreibt etwas anderes als die gemessene Schlafdauer.
Sympathikus
Ein Teil des autonomen Nervensystems, der unter anderem den Körper bei Anforderungen aktiviert.
Zum Beispiel: Er ist nicht ‚schlecht‘, sondern erfüllt notwendige Aufgaben.

T

TSST
Ein standardisiertes Verfahren, das im Labor Stress auslöst: eine Rede vor Publikum und Kopfrechnen.
Zum Beispiel: Der Test ermöglicht vergleichbare Bedingungen, bildet aber nicht den gesamten Alltagsstress ab.

V

Vergleichsgruppe
Eine Gruppe, mit der die untersuchte Maßnahme verglichen wird. Sie kann keine Maßnahme, eine andere Maßnahme oder zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten.
Zum Beispiel: Ernährungsberatung wird mit sozialen Gesprächen verglichen – nicht einfach mit gar nichts.
VO₂max
Die maximale Sauerstoffmenge, die der Körper bei hoher Belastung aufnehmen und nutzen kann; ein Maß für Ausdauerleistungsfähigkeit.
Zum Beispiel: Eine Schätzung auf der Uhr und eine direkte Belastungsmessung sind nicht gleichwertig.

W

Wearables
Am Körper getragene Geräte, die etwa Bewegung und Puls erfassen und daraus weitere Werte schätzen.
Zum Beispiel: Eine Schlafpunktzahl hängt vom Gerät und seiner Berechnung ab; sie ersetzt keine Diagnose.